Ab 15. August gilt „Pech gehabt“-Regel beim Deutschland-Ticket

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Wer ein Deutschland-Ticket besitzt, konnte bisher bei Verspätungen auch auf die Fernzüge zugreifen, musste dabei das Geld oft vorstrecken. Ab 15. August schiebt die EU dem einen Riegel vor. Dann gilt die „Pech gehabt“-Regel. FOCUS online sagt, was sich ändert.

Insbesondere für Pendlerinnen und Pendler, die das Deutschland-Ticket nutzen, ändert sich ab dem 15. August einiges. Aufgrund einer neuen EU-Verordnung gilt das 49-Euro-Angebot der Verkehrsverbünde und der Bahn dann als „Angebot mit stark ermäßigtem Beförderungsentgelt“ – mit vielen negativen Folgen für die Fahrgäste.
Bei großer Verspätung oder Ausfall eines Nahverkehrszuges konnten Pendlerinnen und Pendler bisher problemlos auf einen Intercity-Express, Intercity oder Eurocity umsteigen, wenn sie mit der nächsten Regio-Verbindung zu spät an ihrem Ziel ankamen. Allerdings mussten sie das Ticket für den ICE, IC oder EC zunächst selbst kaufen. Anschließend konnten sie es im Servicecenter oder online per Antrag erstatten lassen.
Diese Regelung gilt nur noch, wenn Reisende wegen eines Ausfalls ihr Ziel mit der letzten Verbindung nicht vor Mitternacht erreichen oder in den frühen Morgenstunden zwischen null und fünf Uhr mit einer Verspätung von mindestens 60 Minuten am Ziel ankommen. Nur dann können sie auf einen Fernverkehrszug umsteigen. In allen anderen Fällen müssen sie auf den nächsten Zug des Nahverkehrs warten.

Brisant ist auch: Verspätet sich ein Regionalzug, der Reisende eigentlich mit einem Deutschland-Ticket zu einem Fernbahnhof bringt, und wollen sie von dort einen ICE erreichen, gibt es keine Entschädigung mehr, wenn sie den Zug verpassen. Dann heißt es von der Bahn einfach nur: Pech gehabt.
Hintergrund der neuen Regel ist eine EU-Verordnung. Diese legt fest, dass bei Angeboten mit „erheblich ermäßigtem Beförderungsentgelt“, dürfen Reisende bei einer Verspätung von mehr als 20 Minuten nicht auf den Fernverkehr umsteigen. Auch der Schadenersatz entfällt.
„Es ist völlig unverständlich, warum Reisende bei Verspätungen nicht kostenfrei auf höherwertige Züge ausweichen dürfen, wie es bei anderen Monats- und Jahreskarten üblich ist“, protestiert die Verbraucherzentrale Bundesverband.

Eisenbahnunternehmen müssen ab Mitte August auch keine Entschädigungen mehr zahlen, wenn Züge wegen außergewöhnlicher Umstände ausfallen oder sich verspäten.
Als solche Umstände gelten beispielsweise Kabeldiebstahl, Notfälle im Zug oder Personen auf den Gleisen. Auch normale Wetterverhältnisse sind von dieser Regelung ausgenommen.
Bisher konnten Fahrgäste bei Verspätungen von einer Stunde 25 Prozent und bei Verspätungen von zwei Stunden 50 Prozent des Fahrpreises als Entschädigung zurückerhalten.

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