Deutschland im Gas-Dilemma: So hart würde uns ein Import-Stopp wirklich treffen

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Die Forderung nach einem Gas-Embargo gegen Russland wird immer lauter. Angesichts der deutschen Abhängigkeit von russischem Erdgas ein Dilemma für die Bundesregierung. Denn ein Importstopp würde mehrere Branchen fast stilllegen.

#Gas #Russland #Ukraine

Knapp ein Drittel ging im Jahr 2021 an private Haushalte, hauptsächlich zum Heizen, denn rund die Hälfte aller Wohnungen wird mit Gas beheizt. 12,8 Prozent wurde im Gewerbe, Handel und Dienstleistungssektor verbraucht, 12,6 Prozent für die Stromversorgung, 6,7 Prozent für Fernwärme und 0,2 Prozent im Verkeh. Mit 36,9 Prozent ist die Industrie aber der größte Energiefresser und Erdgas der wichtigste Rohstoff bei der Herstellung von Kunststoffen, Arzneimitteln und hoch elastischen Textilfasern, die dann wiederum in Automobil, Bau, Pharma, Konsumgüter und Textilindustrie Anwendung finden.

Gas-Knappheit: Diese Branchen sind besonders betroffen

Fast drei Viertel der Industrie-Energie wird für industrielle Prozesse wie Gießen, Härten, Schmelzen, Verformen oder Trocknen benötigt. Betroffen sind viele Branchen, besonders aber die Chemiebranche, Metallverarbeitung sowie die Glas-und Keramikherstellung, denn hier gibt es kaum Einspar- und Substitutions-Potenzial. Folgend einige Beispiele:

– BASF – der weltweit größte Chemiekonzern – stellt unter anderem medizinische Produkte her. Bei einer Reduzierung der Erdgasversorgung auf unter die Hälfte des aktuellen Bedarfs müsste der Betrieb eingestellt werden, sagt das Unternehmen selbst.
– Die Chemieindustrie produziert auch Düngemittel für die Landwirtschaft. Für die Herstellung braucht es Ammoniak, das wiederum aus Gas besteht. Bei einer Knappheit von Dünger kommt es zu Ernteausfällen, Lebensmittelknappheit und steigenden Preisen
– Die Metallindustrie beheizt ihre Öfen mit Erdgas, um bspw Stahl herzustellen. Bei einem Gas-Stopp hat das auch Folgen für andere Industriezweige, die Stahl und Metallprodukte weiterverarbeiten. Lieferketten reißen ab. Die Folge wieder: Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Warenknappheit
– In der Glasproduktion wird Glas in Wannen geschmolzen. Dafür braucht es permanente Erhitzung. Wird die Produktion unterbrochen, erstarrt das Glas in der Wanne, die Anlagen sind irreparabel zerstört; in Autoindustire oder am Bau fehlen Fenster und Scheiben.
– Ähnlich sieht es in der Keramikbranche aus, die ein wichtiger Lieferant für Medizintechnisch oder Isolatoren in der Elektroindustrie ist.
Perspektivisch könnten die ein oder anderen Industriezweige auf grünen Wasserstoff umsteigen. Aber das ist eben nicht von heute auf morgen umsetzbar.

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