Deutschland verzeichnet nach Atomausstieg erstmals Milliardendefizit im Stromhandel

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Laut Bundesnetzagentur wurde für insgesamt 2,289 Milliarden Euro mehr Strom aus Deutschland importiert als exportiert. Hohe Importe dämpften laut Behörde die Strompreise für deutsche Verbraucher.

Deutschland hat vergangenes Jahr nach dem Atomausstieg erstmals ein Milliardendefizit im internationalen Stromhandel mit den Nachbarländern verzeichnet. Nach Berechnungen der Bundesnetzagentur wurde 2023 für insgesamt 2,289 Milliarden Euro mehr Strom aus Deutschland importiert als exportiert, wie die Behörde auf Anfrage der „Augsburger Allgemeinen“ mitteilte.
Insgesamt importierte Deutschland demnach Strom zu Kosten von 5,7 Milliarden Euro, denen Exporterlöse von 3,5 Milliarden Euro gegenüberstanden. Damit weist die Stromhandelsbilanz erstmals seit Jahren einen negativen Saldo aus.
Nach Angaben der Bundesnetzagentur wirkten sich die hohen Stromimporte im Großhandel dämpfend auf die Verbraucherpreise in Deutschland aus.  „Deutschland verfügt über ausreichend Erzeugungskapazität, um den Strombedarf auch ohne Importe jederzeit zu decken“, sagte eine Sprecherin der Bundesnetzagentur der Zeitung. „Wird Strom importiert, liegt das daran, dass der Strom im Ausland günstiger war“, betonte sie.
Der stellvertretende Unionsfraktionschef Jens Spahn kritisierte dagegen die hohen Stromhandelsdefizite, die vor allem in den Monaten nach dem 15. April 2023 anfielen, als die letzten drei deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet wurden. „Trotz Energiekrise drei sichere und klimaneutrale Kernkraftwerke abzuschalten, war ein schwerer Fehler“, sagte Spahn der „Augsburger Allgemeinen“. Auf den geplanten Ausstieg aus Kohleverstromung sagt Spahn weiter: „Die Ampel macht Deutschland zu einem Stromnot-Land“.
Die Menge der Stromimporte machte den Zahlen der Bundesnetzagentur zufolge mit 54 Terawatt gut elf Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs aus. Allerdings exportierte Deutschland in der gleichen Zeit auch gut 42 Terawatt ins Ausland.

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