Knast-Insasse schildert: „Habe Leute gesehen, die sind als Junkie rausgegangen“

Hier KLICKEN für mehr Informationen!

#gefängnis #meppen #jva

Mehrere Häftlinge erheben schwere Vorwürfe gegen die Justizvollzugsanstalt Meppen in Niedersachsen. Diese soll zu einem Umschlagsplatz für Drogen geworden sein.

Das berichtet unter anderem der ehemalige Insasse Eugen: „Ich war schon in Oldenburg im Gefängnis, ich war in Wilhelmshaven im offenen Vollzug. Und ich muss sagen, Meppen, das ist schon die letzte Stufe.“

Eugen schildert weiter, was die Probleme in der JVA Meppen sind und sagt auch, was sich ändern müsse: „Was Drogen angeht und wie man mit dir da umgeht, zum Beispiel. Vorbereitung auf Entlassung wird überhaupt nicht gemacht und du wirst da einfach so behandelt wie ich weiß nicht, ob du kein Mensch bist, du wirst angeschrien, obwohl du recht hast, aber die Beamten sagen Nein, wir haben recht, du kannst dich einfach nicht wehren.
[…] Da muss sich unbedingt was ändern, was Drogen angeht, das ist der wichtigste Punkt. Weil die Leute, die ich da gesehen habe, sind normal reingegangen und sind als Junkie rausgegangen. Die haben zu Hause angerufen und nach Geld gebettelt: ‚Mama, gib mir Geld! Ansonsten bringen die mich hier um.‘ Und die Leute, die machen da so viele Schulden und die werden da geschlagen und man geht zum Beamten und sagt, ‚ja, so und so und ich habe Probleme mit Drogen, ich habe Schulden gemacht bei dem und dem und der unterdrückt mich jetzt‘ und da bekommst du als Antwort ‚selber schuld‘.“

Auch weitere Häftlinge beschreiben diese Umstände. Um das zu beweisen und einen Einblick in die JVA zu geben, haben sich die Insassen mit einem eingeschmuggelten Handy gegenseitig gefilmt. Was sie aus dem geschlossenen Vollzug berichten, ist verstörend, etwa wie einfach es ist, an Drogen zu kommen: „Es gibt drei Möglichkeiten, sag ich mal, es gibt die Möglichkeit, einmal mit Einkauf. Dann kriegt derjenige einen 20er Einkauf. Tabak oder Kaffee, was er braucht. Dann kriegt man vier von diesen Kästchen, also einmal ein Zentimeter. Vier Kästchen, einer ist ein Fünfer. Das heißt, wenn man das jetzt anders kauft, dann kann man das mit Amazon bezahlen, Paysafe bezahlen, da gibt es Codes drauf, die kann die Familie kaufen und halt so. Es gibt keine Grenzen.  Also nach oben gibt es hier keine Grenze, eher nach unten.“

Auf die kleinen Papierschnipsel wurden synthetische Drogen gesprüht. Diese werden dann mit einer Zigarette geraucht. Die Wirkung tritt sofort ein und hält dann etwa 20 Minuten an. Selbst wenn die Insassen dann „wie Zombies“ durch die Gänge laufen, würden die Beamten nicht darauf reagieren. „Sie sagen, sie haben keine Lust die Berichte zu schreiben. Und wenn Gefangene unter Drogen sind, sind sie ruhig und wir, die Beamten, haben unsere Ruhe“, berichtet ein Insasse.

Ein anderer präsentiert vor laufender Kamera seine selbstgebaute Pfeife Stift und Rasierpinsel und zeigt, wie man die „Schnipsel“ konsumiert: „Ich war früher stark heroinabhängig und habe Methadon genommen. Ich nehme jetzt auch noch Methadon hier – hier in Haft kriege ich das. Ich rauche das eigentlich nur, damit ich klarkomme. […] Man lässt was in der Lunge und dann, wenn man ein- und auspustet, dann kommt die Wirkung sehr schnell.“
Aufgezeichnet wurden die Videos überwiegend Anfang dieses Jahres. Bisher wurden die Filmaufnahmen aber nicht veröffentlicht. Das niedersächsische Justizministerium erklärte auf Nachfrage von NonstopNews, was seitdem geändert wurde, dass ein steter Verbesserungsprozess stattfinde und Maßnahmen ergriffen werden würden. Doch diese Maßnahmen scheinen bisher nicht zu greifen.

>