Konflikt zwischen China und Taiwan: Amphibische Landung und Stachelschwein-Taktik

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Im südchinesischen Meer schwelt der Konflikt zwischen Taiwan und China so heftig wie seit 30 Jahren nicht mehr. Eskaliert der Insel-Streit nun? Und wenn ja – hätte Taiwan überhaupt eine Chance, sich gegen die chinesische Volksbefreiungsarmee zu verteidigen?

Seit dem Besuch der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, lässt China im Westpazifik die Muskeln spielen und führt Militärübungen und Raketenstarts durch.

Geo-Strategen warnen schon seit Jahren vor den Plänen Chinas und einer Eskalation des Konflikts. Der taiwanesische Militärforscher Lin Yung-yin erklärt im Gespräch mit dem „Spiegel“, China betrachte die momentanen militärischen Maßnahmen vor allem als Stresstest: „Sie wollen sicher ihre Stärke demonstrieren, auch wenn sie zu einer vollständigen Blockade Taiwans noch nicht in der Lage sind.“

Das könnte sich aber bald ändern. Schließlich rüstet Präsident Xi JinpingseitJahren in atemberaubender Geschwindigkeitauf.Schon jetzt ist die Volksrepublik im Taiwan-Konflikt militärisch deutlich im Vorteil. So besitzt China etwa 59 kriegstüchtige U-Boote – Taiwan4. China verfügt über 176 Kampfbomber – Taiwan über keinen einzigen.

Dieses Kräfteverhältnis dürfte sich in naher Zukunft noch weiter zugunsten der Volksrepublik verschieben. Chieh Chung,Verteidigungsexperte von der National Policy Foundation in Taipeh, glaubt, dass China bis 2027 in der Lage sein könnte, mit genug militärischem Gerät aufzuwarten, um eine Invasion Taiwans durchzuführen. Letztendlich handele es sich aber um eine „politische Entscheidung“.

Sollte estatsächlich dazu kommen, rechnet Lin Yung-yin mit einer sogenannten „amphibischen Landung“ der chinesischen Seestreitkräfte. Das würde bedeuten, dass in einer ersten Welle 28.000 Fallschirmjäger und etwa 60.000 Soldaten per Schiff an der Küste Taiwans ankommen, ergänzt Chieh Chung.

Nötig seien dafür 200 Truppentransporter, momentan habe China erst 50. In einem konkreten militärischen Konflikt könne sich Taiwan dannnicht mehr verteidigen.Auf der Inselbereitet man sich auf eine mögliche Invasion mithilfe der Unterstützung aus den USA vor.

Statt großer Prestige-Waffen setzt Taiwanauf kleine Hightech-Systeme wie etwa das HIMARS-Raketenwerfersystem, das auch im Ukraine-Krieg zum Einsatz kommt. Den Einsatz dieser Waffen nennt Taiwan die „Stachelschwein“-Taktik. Diese wäre für den Verteidiger ressourcensparend und aufreibend für den Angreifer.

Michael Beckley, Außenpolitikexperte der Vereinigten Staaten erklärt in einem Artikel im Fachjournal „Forein Affairs“: „Um zu gewinnen, müsste China ein Territorium erobern und beherrschen, während es für die USA genügen würde, China den Zugang zu blockieren.“ Das sei letztlich viel einfacher zu bewerkstelligen, als einen ausgewachsenen militärischen Konflikt zuzulassen.

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