Marko (38) will heiraten – da dichtet ihm deutsches Standesamt Ehefrau und Kind an

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Winnie und Marko möchten im Mai in Polen heiraten. Dazu benötigen sie ein Ehefähigkeitszeugnis. Um dieses zu erhalten, müssen sie Auszüge aus dem Geburtenregister vorlegen, aus denen hervorgeht, dass sie nicht anderweitig verheiratet oder verwandt sind.

Diese Dokumente beantragten sie bei den Standesämtern ihrer Heimatstädte. Als die Dokumente aber eintreffen, bringen sie etwas Schockierendes mit sich. „Wie ich mitten in der Hochzeitsvorbereitungen festgestellt habe, dass mein Verlobter bereits verheiratet ist und eine Tochter in einer anderen Stadt hat. Das ist einfach eine so kranke Geschichte und so unfassbar auch einfach. Ich komme da einfach nicht drauf klar," postete Winnie in den sozialen Medien ein Video.
Den Moment schildert sie so: „Und dann lese ich mir das durch und dann steht auf einmal bei ihm ein Eintrag unter 'Ort und Datum der Eheschließung', nämlich Nürnberg, irgendwann im August 2014, mitsamt Aktennummer und allem und direkt die Zeile drunter Geburt und Name des Kindes mit einem vollen Namen eines kleinen Mädchens, geboren auch 2014, einen Monat später nach besagter Eheschließung. Und da ist mir erstmal das Herz in die Hose gerutscht. Also ich glaube, das kann man sich ganz gut vorstellen, wenn man so was liest, man zweifelt erstmal an allem."

Es seien ja immer die Leute, von denen man es nicht erwartet, die, die ein Doppelleben führen, ergänzt Winnie ihre Gedanken. Doch Marko beteuert seine Unschuld. Daraufhin kontaktierten sie sofort das Standesamt in Markos Geburtsort, Hoyerswerda. Die Antwort, die sie erhielten, beruhigte sie aber nur in Maßen – denn das Standesamt gab zwar an, dass ein Fehler passiert sein könnte, die Korrektur aber bis zu sechs Monate dauern kann. Winnie macht ihrem Frust in den sozialen Medien Luft.
„Ihr macht einen Fehler, und wir müssen das jetzt ausbügeln. Sechs Monate. Wir wollen in drei Monaten heiraten. Es ist alles organisiert, es ist sau viel schon bezahlt. Die ganzen Gäste sind eingeladen. Die Hotels sind gebucht. Wir haben keine sechs Monate. Wie kann es denn sein, dass einfach so ein Eintrag über eine Eheschließung bei meinem Freund auftaucht? Das muss doch jemand überprüfen.“
Ein berechtigter Einwand der 31-Jährigen. Judith Maschlanka, Leiterin des Standesamtes Nürnberg, versichert, dass sie in ihrer 30-jährigen Laufbahn
„Weil es arbeiten halt überall Menschen. Und diese Meldungen, die muss natürlich jemand verarbeiten. Und da kommt dann eben eine Mitteilung. Geburtenbuchnummer sowieso, hat geheiratet, man sucht sich das Register und trägt es dann ein, bzw. man legt sich bereit und ich könnte mir vorstellen, dann klingelt das Telefon oder es kommt ein Bürger oder was immer und beim Weitermachen ist dann halt die Seite verrutscht gewesen und konsequent Heirat und Kind ins gleich falsche. Vielleicht kamen die Mitteilungen gleichzeitig. Das kann gut sein und dann ist es halt so reingerutscht. Wir passen alle auf, es soll nicht passieren, aber es sind halt alles nur Menschen, die arbeiten und ganz ab und zu passiert auch sowas."

Aber warum dauert es so lange, eine vermeintlich kleine und noch dazu falsche Information zu ändern?
„Wenn ein Fehler passiert ist, denkt man immer an eine Berichtigung. Berichtigung ist fürs Standesamt was Besonderes, denn wir müssen ja perfekt arbeiten ohne Fehler. Und wenn wir Fehler machen, ist der erste Grundsatz, dass eigentlich nur ein Gericht die Berichtigung anordnen kann. Aber es gibt Fehler, die wir auch selbst berichtigen können, wenn es offensichtliche Schreibfehler sind, offensichtliche Fehler oder eben Sachen, die man durch deutsche Urkunden nachweisen kann. Und in diesem Fall hatten wir Nürnberger Heiratseintrag Geburtseintrag von diesem falschen Kind, von der falschen Eheschließung. Und wir konnten dann die deutschen Urkunden an das deutsche Register übermitteln und mussten zum Glück kein Gericht einschalten und deswegen konnte das in dem Fall leicht gehen. Aber im ersten Moment natürlich als Fachmann vom Standesamt. 'Oh, da ist was falsch?' – Berichtigung Gericht und das kann dann natürlich schon Monate dauern.“
Da das Paar nicht so lange warten konnte, stellte Winnie eigene Nachforschungen an. Über die sozialen Medien können sie die angebliche Ehefrau ausfindig machen und sie kontaktieren. Im Gespräch stellt sich heraus, dass deren Ex-Mann wie Marko aus Hoyerswerda stammen und die beiden in Nürnberg geheiratet haben. Sie bestätigt schließlich, dass es sich um eine Verwechslung handeln muss. Zuletzt können Winnie und Marko das Standesamt in Hoyerswerda überzeugen, den Fehler zu korrigieren.

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