Mitten in der Feuerhölle zocken Rhodos-Hotels jetzt hilflose Touristen ab

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Die Feuerwalze auf Rhodos war eine Katastrophe mit Ansage – doch keiner schaute wirklich hin. Zehntausende Touristen sitzen nun auf der griechischen Insel fest, ihre Reiseveranstalter sind heillos überfordert. Ausgerechnet jetzt probieren es Hotels mit einem üblen Trick.

Rhodos am Samstagmittag. Rund 20.000 Deutsche genießen hier die Sonne. Unbekümmerte Touristen vor Ort erleben ein blitzartiges Inferno. „Komm her, komm her! – Es geht um Dein Leben“, schreit auf Englisch ein Mann von einem Pick-Up aus einer verstörten Touristin zu.
Der Pick-Up hat einen Wassertank auf der Ladefläche. Es sind private Helfer, die der Feuerwehr zu Hilfe eilen. Die Frau, mit einer Corona-Maske auf dem Gesicht neben mehreren Koffern, rennt panisch die Straße entlang. Hupende Autos fahren vorbei, direkt hinter den Hotels am Straßenrand züngeln bereits erste Flammen. Alles ist voller Rauch.
Die Frau verschwindet. Der Mann ruft dem Fahrer zu „dreh um, wir müssen sie retten!“. Schließlich überzeugt er die Frau, auf die Ladefläche aufzusteigen. Das Video dieses Geschehens, offenbar aus dem Pick-Up aufgenommen, läuft in Dauerschleife im griechischen Fernsehen.

Es steht exemplarisch für die Panik, aber auch für die Hilfsbereitschaft. Ohne die Hilfe der Bevölkerung von Rhodos wäre alles noch schlimmer geworden. Das größte Problem aktuell: Platzmangel.
Es gibt inzwischen kein öffentliches Gebäude, keine Sporthalle, keine Schule und keinen nutzbaren Platz, wo nicht Touristen untergebracht werden. Begrenzten Platz bieten zudem Fähren, die im Hafen von Rhodos ankern. Die BBC berichtet von Touristen, die versuchten, im vom Feuer noch nicht betroffenen Teil der Insel ein Hotelzimmer zu finden. Doch plötzlich haben sich die Zimmerpreise verdreifacht. Die Urlauber sind fassungslos angesichts dieses üblen Tricks.
Seit vergangenem Dienstag brennt es in den Wäldern von Rhodos, was kaum beachtet wurde. Plötzlich musste alles schnell gehen. Die Touristen, die selbst in den griechischen Nachrichten nur wenig Berichte zum Feuer auf ihrer Insel sahen, wussten nicht, wie ihnen geschah. Es brannte rund um die Hauptstadt Athen in der Region Attika. Die Reportagen von dort bestimmten das Medieninteresse.
Grund für die Eskalation waren plötzlich auftretende starke Winde. Windhosen transportierten die Flammen überall hin. Die gesamte Flora ist knochentrocken und leicht entzündlich. Es ist das heißeste Wochenende des Jahres in Griechenland, wo bis zu 46,4 Grad Celsius gemessen wurden. Nie zuvor hat Griechenland so viele Hitzetage am Stück erlebt.

Der griechische Katastrophenschutz reagierte mit Evakuierungsbefehlen. Warnungen gingen an alle im Mobilfunknetz eingeloggten Teilnehmer. Feuerwehr, Polizei und Militär wurden aktiviert, um die Touristen von der Strandliege zu holen und in Busse, LKWs sowie Pick-Ups zu geleiten. Familien wurden gemäß der Regel „Frauen und Kleinkinder zuerst“ getrennt.
Die Busse reichten nicht aus, viele mussten auf Ladeflächen von Lastwagen durch die holprigen Straßen der Urlaubsinsel fahren. Privatfahrzeuge halfen bei der Evakuierung. Einigen blieb die Zeit, das Nötigste zu packen, andere mussten nur mit dem, was sie bei sich hatten, flüchten.
Nicht wenige fanden sich dann nur mit Badehose und einem Strandtuch bekleidet, an einem ihnen unbekannten Strand wieder. Das Feuer folgte ihnen, so ging es vom Strand aus über kleine private Boote, Schnellboote, Küstenwachbooten und Fähren weiter zum nächsten Fluchtpunkt. Die amtliche Bilanz berichtet von insgesamt 19.000 Evakuierten, von denen 3000 über Wasser gerettet wurden.

Am Sonntag rühmte sich die griechische Regierung, sie habe die „größte Evakuierungsaktion der Landesgeschichte in Friedenszeiten“ bewerkstelligt. Es gab trotz des Infernos keine Schwerverletzten, nur zwei Menschen mussten wegen Verletzungen ärztlich behandelt werden. Andere klagten über Atemprobleme. Was fehlte, war ein Plan, die vielen buchstäblich Gestrandeten mitten in der ausgebuchten Hochsaison weiter zu versorgen.

Zu allem Überfluss brachten Touristikunternehmer mit Charterflügen auch am Samstagabend weiter Touristen auf die Insel, obwohl deren Hotels bereits den Flammen zum Opfer fielen. Caryn Savazzi aus Südwales sagte der BBC, dass sie Samstagnacht in Rhodos angekommen sei, dort aber in einer Schule und nicht in einem Hotel geschlafen habe. Sie habe sich Sorgen gemacht, als der Pilot kurz vor der Landung sagte: „Wenn Sie nach rechts schauen, können Sie die Waldbrände sehen.“ Erst am Sonntag stoppten die großen Touristikunternehmer bis auf weiteres die Flüge auf die Urlaubsinsel.
Erneut sprangen die Bewohner ein. Sie brachten Wasser, Speisen, Kleidung und Decken. Den Medien gegenüber betonten die Touristen, wie sehr sie der Bevölkerung danken. In Supermärkten und kleineren Geschäften konnten sich die Evakuierten kostenlos bedienen. Privatinitiativen, aber auch Tavernen sorgten für warme Speisen. Familien öffneten ihre Privatwohnungen für die Gestrandeten.

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