Nach U-Boot-Drama werden brisante Details in Verzichtserklärung öffentlich

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Nach der katastrophalen Implosion der „Titan“ werden immer mehr Mängel am Tauchboot veröffentlicht. In einer Verzichtserklärung des Unternehmens „OceanGate“ wird sogar die geringe Erfolgsaussicht, das Wrack der Titanic zu erreichen, beziffert.

Bei nur 13 von insgesamt 90 Tauchgängen erreichte das Tauchboot „Titan“ des Unternehmens „OceanGate“ tatsächlich die Tiefe des Titanic-Wracks von 3800 Metern. Das geht aus einer Verzichtserklärung des Unternehmens, die „Business Insider“ vorliegt , hervor. Das würde eine Erfolgsquote von gerade einmal rund 14 Prozent ergeben. Die von einem Passagier unterzeichnete Haftungsverzichtserklärung ist demnach vier Seiten lang, die „Titan“ wird darin als „experimentell“ bezeichnet.
Aus dem Archiv der „OceanGate“-Website geht ebenfalls hervor, dass das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 14 Expeditionen und 200 Tauchgänge im Pazifik, Atlantik und Golf von Mexiko mit zwei Tauchbooten durchgeführt habe. Laut „Forbes“ fand der erste erfolgreiche Tauchgang zum Wrack der Titanic im Jahr 2021 statt.

Am 18. Juni kam es bei einem Tauchgang zu einer katastrophalen Implosion der Titan. Alle fünf Insassen – darunter CEO Stockton Rush – kamen dabei ums Leben. Seit der Tragödie kommen immer mehr Fehler in der Konstruktion des U-Bootes ans Licht.
In der Verzichtserklärung steht, dass das Tauchboot „aus Materialien gebaut wurde, die bisher nicht häufig für bemannte Tauchboote verwendet wurden“. Das U-Boot wurde demnach nicht von einer Aufsichtsbehörde zertifiziert oder genehmigt, wie aus der Verzichtserklärung hervorgeht.

Rob McCallum hatte seit 2019 als Berater für das Unternehmen gearbeitet und bereits 2018 Sicherheitsbedenken gegenüber Rush geäußert. Gegenüber „Business Insider“ erklärte er nun, dass der technische Ansatz des Unternehmens „ad hoc“ und „letztlich unangemessen“ sei. Die E-Mails, die dem Wirtschaftsmagazin ebenfalls vorliegen, wurden aber von dem CEO abgetan.
Guillermo Söhnlein, der „OceanGate“ zusammen mit Rush gegründet hat, erklärte im Gespräch mit „BBC News“, dass das U-Boot in einem Zeitraum von 14 Jahren einem „strengen Testprogramm“ unterzogen wurde und „sehr robust“ sei.

Bei Tests in der Deep Ocean Test Facility in den USA sei allerdings festgestellt worden, dass der Rumpf aus Kohlefaser in geringerer Tiefe "Anzeichen von zyklischer Überanstrengung zeigte“. Das berichten die Technologie-Experten von „Geekwire“. Geplante Tauchgänge zur Titanic in den Jahren 2018, 2019 und 2020 mussten daraufhin gestrichen werden, wie es in dem Bericht heißt.
Der ehemalige Passagier Brian Weed erzählte „Business Insider“, dass er bei einem Testtauchgang im Jahr 2021 mehr als zwei Stunden unter Wasser festsaß, weil die Schubdüsen des U-Bootes nichts mehr funktionierten. Das Boot kam nicht tiefer als 30 Meter unter der Meeresoberfläche.
„OceanGate“ sei „nicht in der Lage zu kommentieren“, schreibt „Business Insider“.

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