Russe Vladimir wendet sich mit eindringlichem Appell an Landsleute

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Der russische Angriff auf die Ukraine hat auf der ganzen Welt für Entsetzen gesorgt. Wie denken in Deutschland lebende Russen über diesen Krieg? Vladimir Koch ist Familienvater, in Russland geboren und aufgewachsen und lebt heute in München.
#Ukraine #Russland

Im Interview mit FOCUS Online erklärt er, warum dieser Krieg aus seiner Sicht kein Krieg zwischen zwei Völkern ist. Vladimir Koch (32) wohnt gemeinsam mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Unterschleißheim bei München. Der Softwareentwickler hat ukrainische Nachbarn, ukrainische Kollegen, ukrainische Freunde. Für ihn ist es völlig inakzeptabel, dass Putin mit seinem Angriff nun die Völker spaltet. Die demokratiefeindliche Politik des russischen Präsidenten war vor acht Jahren einer der Gründe, warum der Russe sein Heimatland verließ.

Aus Sicht des 32-Jährigen ist nun die russische Bevölkerung gefordert. Nur wenn das russische Volk jetzt Verantwortung übernehme, könne der Krieg beendet werden kann. Vladimir sagt: "Nur wir Russen können diesen Krieg jetzt noch stoppen." Er wartet ungeduldig auf den Tag, an dem dieser schreckliche Krieg aufhört. Gleichzeitig ist er sich sicher, dass Wunden entstanden sind, die nicht einfach heilen. "Es sind viele Leute gestorben von beiden Seiten. Es gibt Menschen, die ihre Familie, Verwandten, Freunde verloren haben. Für diese Menschen ist das nicht akzeptabel. Es wird viel Zeit brauchen," so Koch.

FOCUS Online begleiten den gebürtigen Russen heute auf eine Friedensdemo am Münchner Königsplatz. Es ist seine erste Demonstration. Für die Menschen in Russland ist es nicht so einfach an Protesten teilzunehmen. Die Behörden warnen eindringlich vor einer Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen. Trotzdem treibt das Entsetzen über den Krieg viele Russen auf die Straße. Seit Beginn der Anti-Kriegs-Demonstrationen in Russland kam es immer wieder zu Massenverhaftungen. Zufolge des Bürgerrechtsportal Owd-Info sind mehr als 7500 Menschen "in Gewahrsam" genommen worden.

Angst sei in jedem Fall ein schlechter Berater, findet Vladimir Koch. "Ich versuche keine Angst zu haben, weil die Angst unser Feind ist. Genau wegen dieser Angst, gehen wir nicht auf die Straßen, protestieren nicht. Wir warten auf die anderen, dass sie das für uns machen." Dabei sei es jetzt wichtiger denn je, sich mit den Ukrainern zu solidarisieren. Gemeinsam statt gegeneinander – Vladimir Koch hofft, dass es dafür noch nicht zu spät ist und die engverbundenen Völker auch dieser Krieg nicht trennen kann.

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