Sie wurde als “australische Maddie” bekannt: Vermisste Cleo in verschlossenem Haus gefunden

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Die vier Jahre alte Cleo Smith ist endlich gefunden worden. Das Mädchen lebt! In den vergangenen Wochen war sie als "australische Maddie" weltweit bekannt geworden, weil ihr Fall an den der 2007 spurlos verschwundenen Maddie McCann erinnerte.

Riesige Freude in Australien: Rund zweieinhalb Wochen nach dem mysteriösen Verschwinden der kleinen Cleo Smith von einem Campingplatz im Westen des Landes hat die Polizei die Vierjährige wohlbehalten wieder gefunden. Das Kind wurde von der Polizei aus einem verschlossenen Haus im 75 Kilometer vom Campingplatz entfernten Ort Carnarvon befreit, wie der stellvertretende Kommissar Col Blanch am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) sagte. Cleo sei gesund und munter – und umgehend zu ihren Eltern gebracht worden. Ein 36-jähriger Verdächtiger aus dem Ort sei in Gewahrsam und werde befragt.

Die Polizei habe das Haus am frühen Mittwochmorgen um kurz vor 1.00 Uhr (Ortszeit) aufgebrochen, sagte Blanch. Dieses Ergebnis sei dank einer unglaublichen Polizeiarbeit erreicht worden. "Wir haben nach der Nadel im Heuhaufen gesucht, und wir haben sie gefunden", sagte Blanch dem örtlichen Radiosender 6PR. "Als sie sagte, "Mein Name ist Cleo", war im Haus kein Auge mehr trocken." Erfahrene Ermittler seien vor Erleichterung in Tränen ausgebrochen.

"Es hätte jeder aus unserem Team sein können, aber am Ende war ich es, der das Glück hatte, durch diese Tür zu gehen und die Rettung zu vollziehen", sagte Obersergeant Cameron Blaine bei einer Pressekonferenz. "Am Anfang war ich geschockt, dann war ich einfach nur überglücklich."
Er habe das Kind nach seinem Namen gefragt, aber es habe zunächst nicht geantwortet, erzählte Blaine. "Nach dem dritten Mal hat sie mich angesehen und gesagt: 'Mein Name ist Cleo'." Daraufhin sei sie umgehend aus dem Haus gebracht worden. Die Beamten hätten dann die Eltern angerufen und nur gesagt: "Hier ist jemand, der mit Ihnen sprechen möchte…". Auf dem Weg zum Krankenhaus sei Cleo mit ihren Eltern wiedervereint worden. "Sie rief nur: 'Mummy!', dann gab es jede Menge Tränen und Umarmungen", erinnerte sich Blaine.
Die Mutter des Mädchens, Ellie Smith, schrieb auf Instagram: "Unsere Familie ist wieder vollständig." Cleo wurde Behördenangaben zufolge zunächst in ein Krankenhaus gebracht und dort betreut und untersucht.

Die Familie lebt in dem Ort, in dem Cleo wiedergefunden wurde. Mit ihrer Mutter, deren Lebensgefährten und ihrer kleinen Schwester war das Mädchen am 16. Oktober zum Campen bei den Blowholes an der Küste, rund 900 Kilometer nördlich der Regionalhauptstadt Perth. Nach Aussage der Mutter bemerkte sie gegen 6.00 Uhr morgens, dass das blonde Mädchen mitsamt Schlafsack aus einem der beiden Räume des Familienzeltes verschwunden war. Dort habe ihre Tochter neben der kleinen Schwester geschlafen.
Der Zelt-Reißverschluss sei bis zu einer Höhe geöffnet gewesen, die die Vierjährige selbst nicht hätte erreichen können. Seither fehlte von dem Kind jede Spur. Die Blowholes – Meereshöhlen, aus denen die Brandung spritzt – sind ein beliebtes Ausflugsziel am Indischen Ozean. Die Regierung des Bundesstaates Westaustralien hatte eine Belohnung von einer Million australischer Dollar (rund 650.000 Euro) für Hinweise ausgesetzt, die zum Auffinden des Mädchens führen.

"Dies war hartnäckige, methodische Polizeiarbei", erklärte Polizeikommissar Chris Dawson. Die Ermittler hätten Tausende und Abertausende von forensischen Exponaten, Daten und Informationen aus der Gemeinde gesammelt und jeden Hinweis genau geprüft. "Dann tauchte dieser hier auf und sie informierten mich und sagten: "Schauen Sie, wir glauben, wir sind hier auf etwas gestoßen", sagte Dawson. Kurz darauf habe er die Nachricht von der Rettung des Kindes erhalten.
Australiens Premier Scott Morrison bedankte sich via Twitter bei der Polizei. «Was für eine wunderbare, erleichternde Nachricht. Cleo Smith wurde gefunden und ist gesund und munter zu Hause», schrieb er. Die Parlamentarierin Tanya Plibersek meinte via Twitter: "Was diese Familie durchgemacht hat, ist der schlimmste Alptraum aller Eltern."
Die Anteilnahme war nach dem Verschwinden des Mädchens riesig – nicht nur in Australien. Auf Instagram versuchten Menschen unter anderem aus Schottland, den USA und Deutschland, der Familie Mut zu machen. "Bitte gebt nicht auf! Unsere Daumen sind gedrückt, dass sie gesund gefunden wird. Alles Liebe aus Deutschland!", schrieb eine Nutzerin.

Das Verschwinden Cleos hatte düstere Erinnerungen an den Fall der damals dreijährigen Britin Maddie McCann geweckt, die am 3. Mai 2007 in Portugal aus einer Apartment-Anlage spurlos verschollen war. Das ungeklärte Schicksal des Mädchens sorgt bis heute für Schlagzeilen. Als Ermittler im vergangenen Jahr überraschend bekanntgaben, dass ein Deutscher unter Mordverdacht steht, keimte zumindest Hoffnung auf späte Gewissheit. Bisher gibt es aber keinen Durchbruch bei den Ermittlungen.

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