Weltwirtschaft wird weich landen – nur Deutschland knallt auf den Boden

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Die neuesten Konjunkturprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigen: Es gibt doch ein Licht am Ende des Tunnels. Nur ein Land sticht mit deutlich nach unten korrigierten Aussichten heraus – Deutschland. Woran liegt’s?

Harter Aufschlag oder weiche Landung? Diese Frage beschäftigt Ökonomen seit geraumer Zeit. Wegen des Cocktails aus geopolitischen Spannungen, hartnäckiger Inflation und fehlenden Wachstumsimpulsen fürchteten die Volkswirte, dass die Wirtschaft vieler Nationen erstgenanntes Szenario droht. Nun macht der Internationale Währungsfonds jedoch Hoffnung.
„Eine weiche Landung ist eine Möglichkeit“, überschrieben die IWF-Analysten ihre jüngsten Projektionen für die Weltwirtschaft. So soll die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 3,1 Prozent wachsen, 2025 dann um 3,2 Prozent. Die Prognose für das laufende Jahr liegt damit 0,2 Prozentpunkte höher als noch im Oktober.
Geschuldet sei dass der „unerwartet großen Resilienz der USA und diverser anderer Industrie- und Entwicklungsländer sowie fiskalischer Unterstützung in China“. Damit ist eine harte Landung der Globalkonjunktur nicht ausgeschlossen. Allerdings seien die Risiken für das globale Wachstum mittlerweile ausbalanciert, und eine womöglich zügige Disinflation gebe Spielraum, die finanziellen Rahmenbedingungen für Unternehmen zu lockern.

Nur bei einem Land überwiegen die Sorgen noch deutlich: Deutschland. Zwar haben die Ökonomen die Aussichten für viele Länder – darunter Frankreich und Spanien – leicht nach unten korrigiert. Nicht so für Deutschland! Für 2024 rechnen die IWF-Experten nur noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent, deutliche 0,4 Prozentpunkte unter der vorigen Schätzung. 2025 soll es dann um 1,6 Prozent nach oben gehen, ebenfalls 0,4 Prozentpunkte weniger als zuvor.

Zum Vergleich: Die BIP-Prognosen der vier größten Euro-Volkswirtschaften, Japans, Großbritanniens und Kanadas stufte der IWF im Schnitt mit minus 0,2 Prozentpunkten nur halb so deutlich ab. Die Prognose für die USA stieg indes um 0,6 Prozentpunkte zur vorigen Schätzung.
Einmal mehr bekleckert sich Deutschland nicht mit Ruhm. Nur ein Land steht deutlich schlechter da: Das dauerkriselnde Argentinien. Nur für diese Nation erwartet der IWF im laufenden Jahr einen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP), und zwar einen gehörigen. Um 2,8 Prozent soll die Wirtschaft von Argentinien schrumpfen, eine Revision nach unten um satte 5,6 Prozentpunkte.
Überraschend kommt diese Korrektur nicht. Der radikale Libertäre Javier Milei kam erst nach der vorigen Prognose ins Amt, setzt aber seitdem sein Wahlprogramm vehement durch. Der IWF spricht von einer „signifikanten Politikanpassung“. Unter Milei halbierte sich der Wert des argentinischen Pesos, Subventionen und Preiskontrollen schaffte er bereits ab.

Doch zurück zu Deutschland – woher kommt der Pessimismus der IWF-Volkswirte? „Wie viele andere Volkswirte realisiert auch der Internationale Währungsfonds nur nach und nach, wie tiefgreifend die Probleme der deutschen Wirtschaft sind“, erklärt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, auf Anfrage von FOCUS online.
Deutsche Firmen müssten einerseits die Zinswende verkraften, auf der anderen Seite dauerhaft mit höheren Energiepreisen auskommen als etwa ihre US-Konkurrenten. „Außerdem leiden sie unter einer jahrelangen Erosion der Standortqualität und unter dem nachlassenden Rückenwind aus China“, fügt Krämer an.
Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, betont zudem die völlig andere Struktur unserer Wirtschaft. „Die deutsche Wirtschaft ist vom aktuellen Konjunkturzyklus aufgrund ihres hohen Industrieanteils mehr betroffen als andere Länder. Stark steigende Zinsen haben die Investitionen weltweit gebremst und die deutsche Industrie ist nun mal eine der größten Lieferantinnen von Investitionsgütern“, so Kater. In Deutschland trage die Industrie ein Fünftel zum Bruttoinlandsprodukt bei, in den USA nur die Hälfte.
Hohe Energiepreise, Bürokratismus und der Fachkräftemangel kommen als Hürden hinzu. Während die negativen konjunkturellen Effekte sich Kater zufolge in diesem Jahr auflösen sollten, bleiben strukturelle Probleme. „Die Wirtschaftspolitik in Deutschland macht zu wenig Anstalten, an den Problemen etwas zu ändern“, resümiert Kater.
Das Urteil von Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer fällt ebenso pessimistisch aus: „Die deutsche Wirtschaft dürfte sich innerhalb des Euroraums noch lange unterdurchschnittlich entwickeln – zumal sich keine durchgreifenden wirtschaftspolitischen Reformen abzeichnen.“

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